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TLV-Story: Emil Schwaninger – Ein Athlet, der immer alles gibt

TLV-Story: Emil Schwaninger – Ein Athlet, der immer alles gibt

Emil ist im TLV kaum zu überhören – und gleichzeitig kaum aus der Ruhe zu bringen ist. Man kann ihn mit den Adjektiven besonnen, vielseitig und berühmt-berüchtigt beschreiben. Ein Allrounder, der sowohl sportlich als auch menschlich Eindruck hinterlässt. Heuer überraschte er alle, außer sich selbst: 60 Meter in 6,90 Sekunden und 100 m in 10,69 Sekunden.

Emil ist Mathe- und Sportstudent, 9-facher Bruder und „Klassensprecher“ der Trainingsgruppe. Verantwortung zu tragen ist für ihn fast schon selbstverständlich. In der Gruppe gibt er oft den Ton an, auch wenn es für seine WhatsApp-Antworten mitunter ein wenig Geduld braucht. Er selbst bezeichnet sich als vielseitig, fleißig und mit eigenem Kopf. Seine Stärken liegen in seiner Teamfähigkeit und seinem ungebremsten Ehrgeiz. Wenn ihn eines auszeichnet, dann, dass er sich und sein Training extrem gut einschätzen und Ergebnisse genau prognostizieren kann. 

Viel ausprobiert, beim Sprint gelandet
Sein Weg in die Leichtathletik begann, wie so viele gute Geschichten, eher zufällig. Beim Turnen rutschte er in die Leichtathletik-Gruppe des TV Wattens – und blieb. Erst Mehrkampf, dann Mittelstrecke, schließlich der Weg weiter Richtung Sprint. Eine U20-Silbermedaille im Hochsprung nahm er dabei im Vorbeigehen mit. Auch hat er das gesamte Spektrum der Laufdisziplinen durchgespielt. Von 1.000 m und 3.000 m in der U16 bis zu 60 m und 400 m heute. Jetzt hat er seine Lieblingsdistanz gefunden: Es ist dort, wo es richtig brennt!

2024 dann sein bisher größter Moment: Silber bei den österreichischen U23-Meisterschaften über 400 m Hürden. Ein Ergebnis, das ihn stolz macht. Nicht nur wegen der Farbe der Medaille, sondern, weil dahinter viele Stunden Training, Studium und Nebenjob versteckt sind. Emil jongliert sein Leben wie andere ihre Wettkampfhürden: tagsüber Uni, abends Training und, wenn gearbeitet wird, dann eben nachts. Schlaf? Wird überschätzt, besonders in Prüfungszeiten.

Bunter Hund der Szene
Auch abseits der Bahn ist Emil immer in Bewegung. Fußball? Jederzeit. Basketball oder Tischtennis? Warum nicht. Am wichtigsten aber sind ihm die Menschen mit denen er unterwegs ist. Sein Trainingsumfeld gibt ihm Energie und seine Freundesgruppe noch viel mehr. Vor allem „das geile Trio“ (Freundesgruppe), das seit zehn Jahren existiert und zuverlässig dort auftaucht, wo es lustig wird. Wer die Drei kennt, weiß: Langeweile gibt’s nicht (und ja – sie sind auf Instagram). Für Emil ist klar, wenn etwas Spaß macht, gelingt es auch.

Misserfolg und neue Ziele

Eine Verletzung im Mai 2025 bremste Emil aus. Und das ausgerechnet im Anlauf auf eine internationale Qualifikation. Doch statt zu hadern, macht Emil das, was er immer macht: Er arbeitet weiter. Schritt für Schritt. Hürde für Hürde. Trotz Muskelfaserriss schafft er es innerhalb weniger Wochen zurück auf die Bahn. An der U23-EM-Qualifikation scheiterte er, konnte seine Saison aber mit starken Zeiten über 100 m und 200 m bei den Staatsmeisterschaften in Eisenstadt beenden. 

In der kommenden Hallensaison will er wieder über 60 m, 200 m und 400 m angreifen. Und ja, er will die Sprinter ärgern, wie er grinsend verspricht. Mittelfristig hat er klare Ziele: eine Staatsmeisterschafts-Medaille und knackige Zeiten über jede Distanz.

In Anlehnung an den Podcast von Tobi Rattinger und Raphael Pallitsch habe ich Emil mit Entscheidungen konfrontiert:

Erste Hürde perfekt nehmen oder letzte Hürde elegant überleben? Erste Hürde perfekt nehmen.

10 x 400 m ohne Hürden oder 1 x 400 m mit 106 cm hohen Hürden? 1 x 400 m mit 106 cm Hürden.

Langsam anlaufen und hinten raus sterben oder schnell anlaufen und schon bei Hürde 5 sterben? Schnell anlaufen und schon bei Hürde 5 sterben.

Krafttraining oder Ausdauertraining? Krafttraining.

High Protein oder Low in Sugar? High Protein.

Trainingslager Südafrika oder Urlaub in Vietnam? Beides unvergesslich.

All you can eat oder meal prep vor dem Wettkampf? All you can eat.

Emil Schwaninger – ein Athlet, der sich nicht festlegen lässt, außer auf eins: immer alles geben!

Foto: (c) ÖLV / Alois Bumberger

17/12/25 11:45, Text: Olivia Raffelsberger

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